“narzisstisch pervers” – ABA – und Frau K.

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Dieser Beitrag bezieht sich auf den Blog-Post vom "Querdenker" Aleksander Knauerhase.


Warum schreibe ich diese Erwiderung hier? Weil in den gängigen Autismus-Blogs wie Querdenker, Innerwelt, Realitätsfilter etc. kritische Beiträge überwiegend nicht freigeschaltet werden. Siehe HIER.


Die vermeintliche Einmütigkeit in den Kommentaren ist also gefälscht! Eine kritische Auseinandersetzung in den Blogs findet NICHT statt.

Klar ist:

1.) Frau K. äußert sich in den zitierten Stellen wenig geschickt, ja geradezu töricht – keine Frage!

2.) ABA ist eine gefährliche pseudowissenschaftliche Ideologie – auch keine Frage! Aber ABA ist nicht falsch, weil Frau K. schlecht argumentiert! Die "Argumentation" 'ABA ist schlecht weil Frau K. so schlecht ist' folgt den gleichen falschen Annahmen wie die Folgerung, dass alle Autisten Amok-Läufer sind, weil ein Amok-Läufer Autist ist. Mit der gleichen Pseudo-Logik spricht übrigens Mela Eckenfels in ihrem Blogpost zu der peinlichen Aktion "Wir sind Autismus" Eltern generell das Recht und die Fähigkeit ab, sich um ihre autistischen Kinder kümmern zu können/dürfen. So wird dann wohl auch die Äußerung von Frau K. bezüglich des Sorgerechts verständlich!

Klar sollte sein:

1.) Dass Eltern nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht haben, das bestmögliche für ihre Kinder zu tun, sie gut zu versorgen.

2.) Dass Eltern von autistischen Kindern einem hohen Stress und Gefühlen der Hilflosigkeit ausgeliefert sind! Das verführerische an ABA ist ja gerade, dass es Eltern das Gefühl gibt, alles menschenmögliche für ihre Kinder getan zu haben und sie dadurch von dem Gefühl der Hilflosigkeit befreit! Alternativen sind zudem leider Mangelware!

Und Recht geben muss ich Frau K. in diesem Punkt:
1.) Autismus KANN zu einer narzisstischen Persönlichkeitsstruktur führen. Allerdings ist ABA KEINE geeignete Intervention dagegen.

Welche Verhaltensweisen kennzeichnen Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit?

- nicht die Narzissten leiden, sondern ihr Umfeld. Deshalb, Herr Knauerhase (falls Sie diesen Beitrag lesen), kommt es auch erst zu einer Diagnose, wenn das Narzissmus-Gebäude zusammenbricht.

- Narzissten bauen sich ihre eigene Narzissmus-Welt, in der sie die Guten, ja die Besten sind.

- Um diese Narzissmus-Welt zu bewahren, werden alle widersprechenden Ereignisse, Äußerungen etc. ignoriert. Es kommt zu einer sehr eingeschränkten Wahrnehmung der Wirk(!)-lichkeit mit einer ausgeprägten Intoleranz gegenüber anderen Meinungen und Andersdenkenen.

- Auseinandersetzungen erfolgen durch Angriffe auf der Beziehungsebene – nicht auf der Sachebene (Frau K. ist böse). Und das gerne auch Mal als Hetzjagd, z.B.gegen Frau K.

- Alternativen oder Perspektiven werden nicht entwickelt, weil diese die Narzissten-Welt bedrohen. Gerade die normalerweise vorhandenen Fähigkeiten von Autisten wie Lösungsorientierung und Inter-esse verschwinden fast vollständig.

- Narzissten teilen gerne Kritik aus (auf der Beziehungsebene), sind aber übersensibel bei Kritik an ihnen.

- Selbstkritik und rationale Selbsteinschätzung fehlen. So glauben ein paar Blogger und Autismus-Selbstvertreter, ihre Äußerungen würden auch nur annähernd die ca. 400.000 Autisten in Deutschland (vorsichtige Schätzung 5/1000) repräsentieren. Oder sie hätten wegen einer kleinen Gruppe von Unterstützern eine Legitimation zur Vertretung.

Betrachtet man die Autismus-Selbstvertretungsszene in Deutschland unter diesen Gesichtspunkten, so komme ich zu dem Schluss, dass der übergroße Teil eine Ansammlung von ausgeprägten Narzissten ist, die sich daran berauschen sich gegenseitig die Aufmerksamkeit und Bestätigung zu geben,  die sie so dringend brauchen.

Und ich muss Frau K. leider Recht geben.

Das wirklich große Problem ist, dass diese kleine Gruppe ein maximal negatives und zugleich falsches Bild in der Öffentlichkeit, bei Eltern und Entscheidern bezüglich Autisten prägt. Und das, ohne sich auch nur annähernd darüber im Klaren zu sein, aufgrund mangelnder Selbstkritik.

Beispielhaft für diese Schlussfolgerung steht der o.g. Beitrag von Aleksander Knauerhase, dem "Dozent und Referent", "Gast und Zuhörer", "Inklusionsbotschafter und Fachbuchautor". Mir wäre es allerdings neu, dass die schlichte Zusammenstellung von Blogbeiträgen als "Fachbuch" zu werten ist. Und "Inklusionsbotschafter" ist kein Titel, keine Auszeichnung oder Qualifikation, sondern einzig und allein eine Verpflichtung!


 

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