Wie kann ich mich hier inkludieren?

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Es ist zur Zeit große Mode, immer neue Begriffe zu suchen und zu etablieren. Und zwar in der Hoffnung, damit auch wirklich etwas zum Besseren zu bewegen.

Doch manchmal geht auch einfach etwas verloren – so wie beim Tausch des Begriffs "Integration" gegen "Inklusion", so berechtigt dieser in mancher Hinsicht auch sein mag.

Bei der Integration konnte man zumindest noch sehen, dass beide Seiten daran beteiligt sind zu "integrieren". Die Gesellschaft integriert den "Außenseiter" und der Außenseiter integriert sich in die Gesellschaft.

"Außenseiter" können dabei Menschen mit Behinderung sein, aber auch z.B. Menschen aus anderen Kulturkreisen wie Flüchtlinge … Und überhaupt hat jeder Mensch während seiner Entwicklung die Aufgabe, sich in seine jeweilige Gesellschaft zu integrieren (woran manche scheitern). Wie sagte schon Robert Lembke: "Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten."

"Integration" ist also die Bewegung von mindestens zwei Seiten aufeinander zu.

Der Begriff "Inklusion" dagegen lässt dies leicht übersehen, ja findet nicht einmal geeignete Worte dafür. Die Gefahr eines einseitigen Rufs nach komplettem "Pampern", die Forderung nach Tolerierung jeglicher (auch falscher und gesellschaftsfeindlicher) Verhaltensweisen und die Verneinung eigener Verantwortung wird dadurch sehr groß. So bedauerlicher Weise gerade zu beobachten bei der Autisten-Selbstvertretungsszene.

 

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