1997 1chneidende 2fel

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Aus
B. Einhart 1997
"1chneidende 2fel"

 

Anerkennend gewahrt man das
Bemühen, allein es fehlt die Kunst.

 

Es heißt nicht mehr
Liberté, fraternité, égalité,
sondern nur noch
Kohlé, Kohlé, Kohlé!

 

Gute Freunde muten einem etwas zu.
Das ist eine Zumutung.

 

Wie verachtenswert ist die Haltung
des "ich krieche hier, ich will nicht
anders", des "ich tu Dir nichts, tu
du mir auch nichts".
Das Schlechte und Böse ist in
der All-gemein-heit.

 

Absonderlich ist es, daß immer
mehr Eltern der Überzeugung
sind, ein Kind anzulügen würde
der Seele weniger Schaden zufügen
als ein Klaps auf den Po.

 

Den ganzen Streß
- für das bisschen ficken?

 

Früher war alles einfacher,
da war ein Herr noch ein Herr und
ein Knecht noch ein Knecht.
Man konnte Revolutionen anzetteln,
den König köpfen, streiken und den
Manufakturenbesitzer vertreiben.
Heute sitzen die Schweinehunde
in unserem Inneren, wir haben sie
"internalisiert".

 

Die Leidensfähigkeit der Menschen
ist oft größer als die Kunst,
Glück zu ertragen,
weswegen sie eher das Schlechte
als das Gute wählen.

 

Eros ist der, der dich schon
einige Male zu Dir gerufen
hat. Der dich gerufen hat,
zu Dir zu finden und über
Dich hinauszusteigen und
dessen Ruf du nicht gefolgt bist.
Der Ruf des Todes, wie im
"Jedermann" kommt später.
Vor diesem kann man nicht
fliehen.

 

Die Begleiter des Eros sind
das Licht und die Wärme,
aber auch die Wahrheit.
Deshalb fühlen  sich die
Menschen von ihm  genauso
angezogen wie abgestoßen.

 

Es fällt einfach schwer,
seinen Weg zu gehen,
ohne manchmal weg zu gehen.

 

Kein Prinzip und
keine Hoffnung.
Nihilismus und Depression.
Einsamkeit, Ohnmacht,
Angst und Schuld.
Tierliebe ist der verständliche
Wunsch nach evolutionärer
Regression.

 

Selbst Bill Gates wird es
nicht schaffen,
dem Sensenmann seine
Sense abzukaufen.

 

Die vollkommenste Schönheit
ist die mit kleinen Makeln
behaftete.

 

Weil die Würde des Menschen
angeblich unantastbar ist,
wundere ich mich umso mehr,
sehe ich so manchen
Roller-Blader, Mountain-Biker
oder die Hausfrauen-Bauchtanzgruppe,
wie bereitwillig sich die Menschen
ihrer eigenen Würde berauben.

 

Die wichtigste Unterscheidung
in der Liebe, und nicht nur dort,
ist die zwischen "sich hingeben"
und "sich wegschmeißen"
.

 

Gefangen bleiben wir in der Rolle
des Kreters, der behauptet,
alle Kreter lügen.
Die Rückbezüglichkeit spielt ihr
übel Spiel mit uns.

 

Wir sind zwar langsam,
aber dafür teuer und schlecht.

 

Wenn das Mehl bitter ist,
sind die Mäuse sauer.

 

Iss, damit du groß und
stark wirst.
Klein und dick bist
du ja schon.

 

Sich abzuwenden von der Rationalität
und sie verächtlich zu machen ist
vergleichbar mit einem Höhlenbewohner,
der seine einzige Kerze ausbläst, weil
er sich an ihr verbrannt hat.

 

Vom Endpunkt zurückzugehen
taugt für ein Labyrinth auf der
Rätselseite, nicht aber für
Psychologie und Sozialpädagogik.
Man übersieht dabei die
Stellen, an denen sich der Weg
verzweigte, man sich anders hätte
entscheiden können. Dies führt zu
der falschen Annahme einer
Zwangsläufigkeit der Fehlentwicklung.
Neben dem "weil" gibt es aber immer
auch ein "obwohl".

 

Wohl nie wird der menschliche Geist
frei und ohne Stützen und Krücken
stehen. Aber sich selber die Beine
der Rationalität zu amputieren,
um mit den Krücken des Aberglaubens
besser laufen zu können, ist das
Verachtenswerte an der
Esoterik-Bewegung.